Villach

18.08.2017 Villach

Bürgermeister Günther Albel setzt auf Nachhaltigkeit: „Bin dafür, beschriftete Steine zu belassen“



Die heiß diskutierten Steininschriften machen den Hans-Gasser-Platz einzigartig, sagte Kulturreferent Bürgermeister Günther Albel bei der heutigen feierlichen Eröffnungsfeier des neuen Hans-Gasser-Platzes. Er möchte diese im Sinne der Nachhaltigkeit auch „upcyclen“: „Ich sehe darin eine Chancefür künstlerische Intervention.“

Villachs Kulturreferent Bürgermeister Günther Albel macht aus der Not eine Tugend: Er will die erkennbaren Inschriften auf den Steinplatten des neuen Hans-Gasser-Platzes nicht mehr austauschen lassen. „Den Mitarbeitern der Firma sind offenbar die Buchstaben und Zahlen in der Hitze des Gefechtes nicht aufgefallen“, erklärt Bürgermeister Günther Albel. „Im Grunde genommen sollten wir darin eine Einzigartigkeit sehen, eine Besonderheit, einen künstlerischen Akzent, der bereits nach wenigen Tagen breite Bekanntheit erlangt hat.“
Er fragte die Villacherinnen und Villacher, wie sie darüber denken:„Aus einem Medien- ist ein Bürgerthema geworden.Die Meinung der Bürgerinnen und Bürger interessiert mich sehr.“ Von den insgesamt 47.000 Steinen, die auf dem westlichen Teil des Hans-Gasser-Platzes verlegt wurden, tragen rund 50 – in den meisten Fällen ohnehin abgeschnittene - Inschriften, weil es sich bei dem Material um aufbereitete alte Grabsteine handelt. „Die Firma hat die Verantwortung übernommen, es ist der Stadt kein Schaden entstanden“,sagt Bürgermeister Günther Albel. Und mehr noch: „Wenn das Unternehmen die Steine nicht tauschen muss, ist es bereit, ein Kunstprojekt, das daraus werden kann, finanziell zu unterstützen.“

Der Hans-Gasser-Platz, betonte er bei der heutigen Eröffnung, sei insgesamt ein Symbol für Nachhaltigkeit: Nicht nur die „upgecycelten“ Steine, auch die Urban-Gardening-Pflanzentröge stehen dafür. Bürgermeister Albel: „Wir wollten nicht Steine in China oder Indien kaufen, wir haben Material eingesetzt, das bereits vorhanden war.“ Nun möchte er diese Steine quasi upcyclen, etwas noch Wertvolleres daraus machen. Spannend findet er auch, die Geschichten hinter den Inschriften herauszufinden.

In den vergangenen Tagen hat sich ein regelrechter Tourismus entwickelt, weil Interessierte die nämlichen Platten suchen. Es gibt bereits etliche kreative Ideen, vom „WalkofName“ bis hin zu unterschiedlichsten Formen künstlerischer Intervention. Bürgermeister Günther Albel: „Wir sind eine Stadt, die sehr stark auf Nachhaltigkeit setzt.

Auf Kunst und Kultur setzte auch die Eröffnungsfeier. „Feelgood", die Lehrerband der Musikschule Villach und Gruppen der Tanzschuleschule Viktor Kopeyko gaben dem Programm einen flotten musikalischen Rahmen. Verkostungen der Anrainerwirte, die Feuerwehrjugend, das HGP4tel mit Sprecher Alexander Pesendorfer unterhielt mit einem Gewinnspiel und weitere Unterhaltungselemente gefielen den vielen Eröffnungsgästen, darunter Landeshauptmannstellvertreterin Dr.in Beate Prettner.
Stadtrat Harald Sobe erläuterte, welche modernen Infrastruktureinrichtungen der neue, historisch immer schon bedeutende Hans-Gasser-Platz bietet: Von Ladestationen für E-Bikes und Handys bis zu den neuen Buswartehäuschen wartet er mit vielen praktischen und sympathischen Details auf. Das mediterrane Flair des Platzes untermalen die Olivenbäume und die Urban-Gardening-Pflanztröge, die zum Ernten einladen.


Bu
Der neue Hans-Gasser Platz ist eröffnet. Die Villacher Bürgergarde gab Salutschüsse. 400 Luftballone stiegen hoch. Bürgermeister Günther Albel mit Baustadtrat Harald Sobe, HGP4tel-Sprecher Alexander Pesendorfer, der Villacher Bürgergarde. Lhstv. Dr.in Beate Prettner und Stadtrat Erwin Baumann.
FOTOS: OSKAR HÖHER; STADT VILLACH

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